Veranstaltungen der GLS Bank Stiftung

Seit 2012 lädt die GLS Bank Stiftung zu verschiedenen aktuellen Geld-Themen ein. Hier eine Auswahl der bisherigen Veranstaltungen:


Ist Zukunft noch politisch gestaltbar?

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Reinhard Loske am 7.12.15

Klimakrise, Flüchtlingskrise, Finanzkrise, EU-Krise, momentan erleben wir eine Fülle von sich überlagernden Krisenphänomenen. Viele fragen sich deshalb, ob die Handlungskapazitäten von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft überhaupt ausreichen, um Herausforderungen dieser Dimension wirksam und gleichzeitig zu bewältigen.

In seinem neuen Buch „Politik der Zukunftsfähigkeit“ versucht Reinhard Loske, Professor für Nachhaltigkeit und Transformationsdynamik an der Universität Witten/Herdecke und erfahrener Politiker, die verschiedenen Krisentendenzen analytisch zu verbinden, weil sie zum Teil gleichartige Ursachen haben, und um Wege aus der multiplen Krise aufzuzeigen. Dabei versucht Loske sich an einem institutionelles Design, das die Ziele Freiheit, Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit in einem demokratischen Ordnungsrahmen zusammenführt. Seine große Hoffnungsträgerin für einen nachhaltigen Wandel ist eine vitale Zivilgesellschaft. Diese soll durch förderliche politische und rechtliche Rahmenbedingungen dazu in die Lage versetzt werden, ihre schöpferischen Potenziale voll zu entfalten. 

In seinem Vortrag in der GLS Bank in Bochum konzentrierte sich Loske auf zwei Aspekte. Seine erste These lautete: Die Ursachen für die gegenwärtigen Flucht- und Migrationsbewegungen liegen nicht nur in Krieg und Bürgerkrieg, sondern auch in Klimawandel, Umweltproblemen, asymmetrischer Ressourcennutzung, unterlassener Entwicklungszusammenarbeit und ungerechten Weltwirtschafts- und Finanzbeziehungen begründet. Entsprechend brauchen wir eine „erweiterte Agenda“ der Migrationspolitik. Seine zweite These befasste sich mit einer neuen Ökonomie der Nachhaltigkeit. Hier wird Konkurrenz durch Kooperation, Effizienz durch Subsistenz und Besitzen durch Teilen ergänzt und perspektivisch sogar abgelöst.


Vollgeldreform

Wie kommt heute das Geld in die Welt und wie könnte es geändert werden?

Am 15. Oktober 2013 fand die dritte Veranstaltung der GLS Bank Stiftung statt. In Bochum wurde zu dem Thema "Vollgeldreform - Wie kommt heute das Geld in die Welt und wie könnte es geändert werden?" eingeladen.

„Es ist zu viel Geld im Umlauf, weil die Banken es aus dem Nichts schöpfen“ schrieb die FAZ im Aug. 2013. Vollgeldreformer forderten eine 4. Gewalt, die Monetative (Zentralbank). Sie sollte jegliches Geld schöpfen und so die Geldmenge unter Kontrolle behalten. Was wären die Konsequenzen, auch für die GLS Bank, gewesen? Prominenteste Vertreter einer Vollgeldreform im deutschsprachigen Raum sind Prof. Dr. Joseph Huber (Halle/Berlin) und Prof. Dr. Hans Christoph Binswanger (St. Gallen). In seinem Vortrag hat Prof. Huber die theoretischen Grundlagen und praktischen Folgen einer Vollgeldreform erläutert und anschließend mit den Besuchern diskutiert.


Einige grundlegende, radikalere Vorschläge zur Lösung der Finanz- und Staatsschuldenkrisen

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Dr. Helge Peukert

Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe bewegten die Finanz- und Saatschuldenkrisen die GLS Bank Stiftung dazu, am 4. Februar 2013 erneut nach Bochum einzuladen.

„Wir brauchen für den Erhalt einer substantiellen Demokratie ein neues Geld- und Finanzsystem, das es ohne den Druck der kritischen Zivilgesellschaft und der bürgerlichen Mitte nicht geben wird“ schrieb Prof. Dr. Dr. Peukert. In seinem Vortrag ging er vor allem auf einige der folgenden Aspekte ausführlicher ein: Keine Geldschöpfung durch Kredite der Banken; Entflechtung/Auflösung von Megabanken/Schattenbanken; Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken; 30% Eigenkapital für alle Banken; Erhebung einer Transaktionssteuer; Verbot von Leerverkäufen aller Art und von Credit Default Swaps (CDS); Abbau der Vermögenskonzentration; Staatsinsolvenz und Umschuldung (Griechenland u.a.) als Lösungsansätze; hinzu kam die Gretchenfrage: wäre eine ökologisch tragfähige Gesellschaft, die nicht auf den Wachstumsimperativ angewiesen ist, mit einer Geldordnung vereinbar, in der es positive Zinssätze gibt?


Abschied vom Wachstumszwang

Grenzen des Wachstums

Am 30. April 2012 lud die GLS Bank Stiftung zu ihrer ersten Veranstaltung ein. In der GLS Bank trug Dr. Reinhard Loske einen Vortrag zu dem Thema "Abschied vom Wachstumszwang" vor.

Vor mehr als 40 Jahren war die Veröffentlichung der „Grenzen des Wachstums“ eine historische Mahnung, die Grenzen der Belastbarkeit unserer natürlichen Lebensgrundlagen ernst zu nehmen.

Debattiert wurde darüber, wie wir heute dazu stehen. Nach der Veröffentlichung gab es nicht nur im Mainstream, sondern auch innerhalb des ökologisch orientierten Spektrums eine teils hitzig geführte Diskussion über die besten Wege zu einer nachhaltigen Produktions- und Lebensweise. Oft war sie in zwei Anschauungen gespalten: Die einen setzten auf die beste Technik, die anderen auf Rohstoff- und Energieeffizienz in Verbindung mit einem Kulturwandel. Es entstand die These: Ohne einen Kulturwandel in Richtung Mäßigung kann es keine nachhaltige Entwicklung geben